gestaltung, sound, website, koordination
massiv unsichtbar
entwicklung einer dauerhaften intervention im öffentlichen raum

erinnerungsprojekt des volkskundemuseum wien zum luftschutzbunker schönbornpark im 8. wiener gemeindebezirk, josefstadt

ERÖFFNUNG
freitag, 24. oktober 2025
freies w-lan im park


massiv unsichtbar, der projekttitel, bezieht sich auf die tatsache, dass der luftschutzbunker im schönbornpark trotz seiner massivität und faktischen unzerstörbarkeit von parkbesucherinnen und passanten kaum wahrgenommen wird.

im lauf der jahre haben sich schichten über das gebäude gelegt, die es quasi zum verschwinden gebracht haben: grünbewuchs entlang der mauern und um das gebüde herum, die anlagen von kinder- und jugendspielplätzen seitlich des bunkers und am flachdach, sowie buntheit in wechselnder vielfalt durch die zahlreichen graffitis auf allen freien flächen.

mit einem auftrag der kulturkommission josefstadt, den bunker zu kontextualisieren, hat das volkskundemuseum ein konzept für das erinnerungsprojekt ausgearbeitet und in detailierter recherche geschichte und gegenwart aufgearbeitet.

baulich wurde den bestehenden schichten eine neue hinzugefügt, die mit interventionen an verschiedenen stellen aufmerksamkeit und interesse wecken soll: eine frei stehende stele informiert auf deutsch und englisch über errichtung und funktion des bunkers, berichtet von diversen überlegungen der nutzung nach kriegsende, sowie über das projekt massiv unsichtbar selbst und bietet über einen qr-code die verbindung zur projekt-website an.
die handläufe der treppen zum bunkerdach wurden in der projektfarbe gestrichen und leiten zu zwei brüstungsschildern: eines der schilder veranschaulicht den besucher:innen, die am bunkerdach stehen, sein innenleben anhand des gebäude-grundrisses. auf der anderen seite gibt eine soundinstallation akustisch einen hinweis auf die praxis während des krieges, wo im radio ein kuckuck einen bevorstehenden alarm angekündigt hat.

der hauptteil der recherche wird auf der website präsentiert, das ist die historische aufarbeitung anhand von wissenschaftlich fundierten texten, von bild- und planmaterial, von videointerviews, die mit experten geführt wurden.

der frage, wie zukünftig mit dem massiven bau umgegangen werden soll, wird sich das volkskundemuseum in form medialer und performativer veranstaltungen annähern. es geht um die überlegung, wie eine zeitgemäße und friedensbasierte nutzung aussehen kann und wo an die unrühmliche geschichte angeknüpft werden muss.

das volkskundemuseum stellt im park gratis w-lan zur verfügung, interessierte besucher:innen können so über die bei allen baulichen interventionen angegebenen qr-codes schnell auf die website mit ihrem umfangreichen material zugreifen.


auftraggeberin:
volkskundemuseum wien

idee, kuratierung, inhalt:
maria raid, magdalena puchberger
volkskundemuseum wien

planung konstruktion:
anja mönkemöller,
mönkemöller und kreppel architekturbüro ZT

produktion stele und tafeln:
hiltmann beschriftung

bildbearbeitung stele:
martina hejduk, die reinzeichnerin

planbearbeitung:
michi köck, geschmacksache medienwerkstatt

kooperationspartner:
österreichische mediathek

fotos interventionen im park:
kollektiv fischka/kramar © volkskundemuseum wien